Termine 2017/18

Sonntag 05.11.2017
Pokalschiessen
Sportspark Oppum

Freitag 10.11.2017 16.30 Uhr
St. Martinszug Bockum
Sollbr├╝genschule

Sonntag 19.11.2017 11:00 Uhr
Kranzniederlegung Friedhof
Krefeld Bockum

Sonntag 07.01.2018 12:00 Uhr
Neujahrsempfang Grenadier Offiziere
Zeughaus Bockum

 

1611 Die Geschichte

 

 

LAUDATIO zum 400j├Ąhrigen Bestehen des Bockumer Sch├╝tzenvereins 1611 e.V. verfasst und vorgetragen am 23. Juni 2011 von Karl M├╝ller.

 

 

 

Sehr geehrter Herr Weihbischof, sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister, Herr Pr├Ąsident, verehrte Majest├Ąten, meine Damen und Herren, liebe Sch├╝tzenschwestern und Sch├╝tzenbr├╝der!


Denken Sie sich bitte mal mit mir hinein in folgende Medien-Mitteilung:

Als der Bockumer Bauer Theill D├╝rper im Sommer des Jahres 1611 mit dem 523. Schuss den K├Ânigsvogel abgeschossen hatte, nahm er sein Handy und rief seine Frau an, die gerade mit dem Trecker auf dem Bockumer Feld unterwegs war, um den Kartoffelacker zu pfl├╝gen. Als sie die Nachricht vernahm, fiel ihr vor Schreck die Thermoskanne mit dem hei├čen Kaffee aus der Hand. W├Ąhrenddessen trommelte der neue Sch├╝tzenk├Ânig ├╝ber Facebook alle seine Freunde zusammen. Sie kamen alle in das riesige Sch├╝tzenzelt und wurden zur Begr├╝├čung vom jubelnden Theill mit Champagner aus einer Doppelmagnum-Flasche bespritzt. Alt und Stuffkamp flossen in Str├Âmen - bis weit nach Mitternacht die grellen Scheinwerfer ausgeschaltet wurden.

So k├Ânnte man den iPhone-Usern von heute erkl├Ąren, warum wir heute, 400 Jahre sp├Ąter, hier versammelt sind. So k├Ânnte man erkl├Ąren, dass die Sch├╝tzen auch damals ihren Spa├č rund um den K├Ânigs-Vogelschuss hatten und nicht nur das sportliche Schie├čen, sondern auch das gesellschaftliche Leben bei den Festen der Sch├╝tzen einen hohen Stellenwert genoss. So k├Ânnte man aber auch Quiz-Kandidaten in Fernsehshows, beispielsweise von J├Ârg Pilawa oder G├╝nther Jauch, testen.

Nat├╝rlich hat er nicht seine Frau ├╝ber das Handy von seiner K├Ânigsw├╝rde informiert, denn er geh├Ârte dem bereits 1429 gegr├╝ndeten Junggesellen-Sch├╝tzenverein an. ÔÇ×Bauer sucht FrauÔÇť war damals noch keine Fernsehsendung, sondern eine beliebte Freizeit-besch├Ąftigung nach getaner Arbeit auf dem Feld oder im Stall. Aber - wir wollen ja auch ÔÇ×j├Ânne k├ÂnneÔÇť ÔÇô und so hoffen wir, dass der liebe Theill dann doch noch seine Freude mit einer sch├Ânen Bockumer Maid teilen konnte.

So kam es denn auch, dass viele Junggesellen-Sch├╝tzen, die den Verf├╝hrungsk├╝nsten der holden Bockumer Weiblichkeit nicht widerstehen konnten, sich aus dem Junggesellen-Stand verabschiedeten und schlie├člich im Jahre 1658 den M├Ąnner-Sch├╝tzenverein gr├╝ndeten. ├ťber 300 Jahre existierte man im sportlichen Wettstreit friedlich nebeneinander. In den bewegenden 20er Jahren des 20. Jahrhunderts waren dann wohl die Grenzen zwischen dem Junggesellen-Stand und der restlichen M├Ąnnerwelt durch gesellschaftliche Wandlungen nicht mehr so genau zu erkennen. Dies f├╝hrte zu einer weisen Entscheidung der damals in der Verantwortung stehenden Vereinsf├╝hrungen: die beiden Vereine fusionierten zum jetzigen ÔÇ×Bockumer Sch├╝tzenverein 1611ÔÇť. Das Gr├╝ndungsjahr leiteten sie vom ├Ąltesten erhaltenen und authentisch nachweis-baren Sch├╝tzensilber ab ÔÇô eben jenem des Bauern und Junggesellen Theill D├╝rper, das die eindeutige Gravur der Jahreszahl 1611 und als Symbol das Auge Gottes tr├Ągt.

Kommen wir noch einmal zur├╝ck auf die neuzeitliche Schilderung der Ereignisse aus dem Jahre 1611. Die Herren Pilawa oder Jauch w├╝rden bestimmt noch einige Klarstellungen verlangen. Richtig ist mit Sicherheit, dass das Bockumer Feld von Theill D├╝rper und seinen Sch├╝tzenbr├╝dern beackert wurde. Freilich gab es dort keinen Kartoffelacker, denn diese seltsame Knollenfrucht bahnte sich zu jener Zeit gerade den Weg vom frisch entdeckten Amerika ├╝ber Spanien nach Europa. Bis Bockum war sie noch nicht vorgedrungen, so dass es bei den Festen der Sch├╝tzen weder pommes frites noch Bratkartoffeln geben konnte. Nat├╝rlich gab es keinen Trecker! Das Feld wurde mit Pfl├╝gen und Eggen bearbeitet, gezogen von kr├Ąftigen Kaltbl├╝tern. Das seit 1611 l├╝ckenlos erhaltene K├Ânigssilber der Bockumer Sch├╝tzenk├Ânige zeigt uns auf den Plaketten viel vom damaligen Leben im b├Ąuerlich gepr├Ągten Ort. Die Landwirte hie├čen damals wirklich noch Bauern und wenn sie die K├Ânigsw├╝rde erlangten, zeigten sie dies voller Stolz mit Gravuren auf ihren Silberplaketten, z. B. von Pflugszenen auf dem Feld, von Eggen, Pfl├╝gen und Dreschflegeln.

Aber auch die Vertreter der ÔÇ×PartnerbranchenÔÇť, wie man heute sagen w├╝rde, pr├Ąsentierten ihre Berufsmerkmale auf ihrem K├Ânigssilber. Besonders h├Ąufig sind es Schmiede und Hufschmiede, die wir erkennen k├Ânnen. Meine Damen und Herren. Die Sache mit der Champagnerflasche, die ÔÇ×Formel-1-m├Ą├čigÔÇť verspritzt wurde, war selbstverst├Ąndlich auch ÔÇ×geflunkertÔÇť. Allenfalls gab es frisch vergorenen Kirsch- oder Holunderwein. Ich glaube aber, dass das meistkonsumierte Getr├Ąnk auch 1611 das Bier war. Oberg├Ąriges, wie unser heutiges Alt, so wie es zu dieser Zeit schon hier am Niederrhein gebraut wurde. Hoffentlich nach dem bereits 1516 verk├╝ndeten Reinheitsgebot. Sonst w├Ąren die Kopfschmerzen am n├Ąchsten Tag unertr├Ąglich gewesen. ÔÇŽund einen Kr├Ąutertrunk, den wir als Vorl├Ąufer zu unserem heutigen Stuffkamp ansehen k├Ânnen, hatte man damals bestimmt auch.

F├╝r die Herstellung, den Transport und die Lagerung dieser Getr├Ąnke brauchte man Bottiche und F├Ąsser. Somit waren auch die K├╝fer unentbehrliche Partner der Sch├╝tzen. H├Ąufig wurde einer von ihnen K├Ânig und zeigte dies auch auf seiner K├Ânigsplakette. B├Ącker und Metzger, Zimmerleute und Maurer vervollst├Ąndigen die tiefe Verwurzelung des Sch├╝tzenwesens im Handwerk. Neben den Symbolen der b├Ąuerlichen und handwerklichen Berufe tragen viele Exemplare im K├Ânigs-Silberschatz religi├Âse Motive. Die Bindung an die Kirche war selbstverst├Ąndlich im katholisch gepr├Ągten Rheinland. Nach dem Auge Gottes auf Theill D├╝rpers Orden sehen wir sp├Ąter h├Ąufig den heiligen Sebastianus, der bis heute der Schutzpatron der Sch├╝tzen ist. Fast noch ├Âfter ist aber auf dem Bockumer Silber die Pfarrpatronin St. Gertrudis als Kloster├Ąbtissin und K├Ânigstochter mit Stab und M├Ąusen zu sehen.

Auf alten, leider heute nicht mehr vorhandenen Fahnen, sollten diese beiden Heiligen auf blauem Himmelsgrund im Verbund mit einer wei├čen Lilie die Sch├╝tzen mahnen, dass stets reiner Friede und wahre b├╝rgerliche Eintracht herrschen m├Âge. Dass die bis heute ├╝bliche Eskortierung von kirchlichen Anl├Ąssen, wie z. B. Prozessionen, durch die Sch├╝tzen nicht nur schm├╝ckendes, symbolisches Beiwerk sein kann, zeigte sich 1650, als bewaffnete Freibeuter aus dem Moerser Raum die Bockumer Fronleichnams-prozession angriffen. Mit vereinten Kr├Ąften schlugen Bockumer und Oppumer Sch├╝tzen die Angreifer in die Flucht und bewahrten somit die Gl├Ąubigen vor einer Pl├╝nderung.

Auch heute noch sind viele Bockumer Sch├╝tzen in Organisationen mit kirchlichen Wurzeln engagiert. Als Beispiel sei hier nur der St. Martins Zugverein genannt, der zum ├╝berwiegenden Teil von Mitgliedern des Bockumer Sch├╝tzenvereins getragen wird.

Trotz des kirchlichen Segens erlitt das Sch├╝tzenwesen aber in der gesamten Vereinsgeschichte immer wieder R├╝ckschl├Ąge - in schlechten Zeiten oder durch Kriege. Kurz nach dem Gr├╝ndungsjahr, von 1618 bis 1648, tobte in Europa der Drei├čigj├Ąhrige Krieg, der jegliches Vereinsleben zum Erliegen brachte. L├╝cken in der Liste der K├Ânige und im Bestand des K├Ânigsilbers weisen auf weitere Ausf├Ąlle hin: rund um 1702 wurden die Burgen in Linn und Kaiserswerth zerst├Ârt und als 1758 im 7j├Ąhrigen Krieg die Schlacht bei Crefeld an der H├╝ckelsmay geschlagen wurde, konnte auch kein Gedanke an Sch├╝tzenfeste verschwendet werden.

Die franz├Âsischen Besatzer, die nach der Franz├Âsischen Revolution das Rheinland eroberten, f├Ârderten allerdings die Sch├╝tzen in ihren Aktivit├Ąten. 1802 stiftete der damalige Ortskommandant Duprat sogar eine Erinnerungsplatte von der Garde a cheval Foresti├Ęre der Republique francaise mit einem Vivat an die Junggesellensch├╝tzen von Bockum. Die Bockumer Bev├Âlkerung allerdings war in dieser Zeit bitter arm. So kam es, dass die ÔÇ×M├Ąnner-Sch├╝tzenÔÇť 1805 ihr Silber verkaufen mussten, um ihre Familien von dem Erl├Âs ern├Ąhren zu k├Ânnen.

Aber ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ging es wieder aufw├Ąrts. Die Preu├čen hatten inzwischen die Herrschaft von den Franzosen ├╝bernommen und die B├╝rgermeisterei Bockum, zu der auch Oppum, Verberg und Rath-Vennickel (das heutige Traar) geh├Ârten, bl├╝hte auf. Ab 1883 fuhr auf der von den Franzosen gebauten ÔÇ×Chauss├ęeÔÇť zwischen Uerdingen und Crefeld die Stra├čenbahn mitten durch Bockum. Der r├╝hrige und ├╝beraus beliebte B├╝rgermeister Philibert Keutmann lie├č das heute noch markante Geb├Ąude-Ensemble von Rathaus, Apotheke und Feuerwehrturm bauen.

Aber! Er war auch ein gro├čer Freund der Sch├╝tzen. Das aufstrebende B├╝rgertum, Handwerker und Kaufleute wetteiferten um die K├Ânigsw├╝rde. Die Liste der Namen der K├Ânige aus den Jahren um die Jahrhundertwende ist reich gespickt mit prominenten Bockumer Namen. Da war es ÔÇô fast ÔÇô nur ein kleiner Sch├Ânheitsfehler, dass Bockum 1907 zusammen mit Verberg und Oppum nach Krefeld eingemeindet wurde.

F├╝r den heutigen Chronisten hat die Zeit des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts auch den Vorteil, dass inzwischen die Fotographie erfunden wurde. So k├Ânnen wir uns heute buchst├Ąblich ÔÇ×ein BildÔÇť von K├Ânigen, K├Ânigsh├Ąusern, Kompanien und Offiziersst├Ąben machen. Sie zeigen uns opulente Gruppenbilder mit prunkvoller Garderobe und reich dekorierten Uniformen. Auf dem H├Âhepunkt der ÔÇ×KaiserzeitÔÇť wird 1911 mit dem Sch├╝tzenk├Ânig Mathias Bruns das 300j├Ąhrige Bestehen der Junggesellen-Sch├╝tzen gefeiert ÔÇô auch hier schon mit Bezug auf Theill D├╝rper, den K├Ânig von 1611. Stolz ist Bockum auf die Verleihung des Ordens mit dem ÔÇ×Goldenen AdlerÔÇť durch Wilhelm II., K├Ânig von Preu├čen.

Dem vorl├Ąufigen Gipfel der Vereinsgeschichte im Glanz der Kaiserzeit folgen 40 wechselhafte Jahre mit zwei Weltkriegen, der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten, Sch├╝tzenfeste, die mit dem Hakenkreuz dekoriert sind. Sicher f├Ąllt es allen, die danach geboren sind, sehr schwer, diese Phase der Geschichte zu beurteilen.

Immerhin gibt es in dieser Epoche den Zusammenschluss von Junggesellen- und M├Ąnner-sch├╝tzen im Jahre 1926. Es gibt Neugr├╝ndungen von Kompanien. Als Beispiel seien hier die Schill-Offiziere genannt, die sich 1935 zusammen fanden.

Auferstanden aus Ruinen. Nach den Zerst├Ârungen des Krieges finden sich um den Vorsitzenden Peter Schroers wieder Bockumer B├╝rger zusammen, um einen Neuanfang in die H├Ąnde zu nehmen. 66 Mitglieder des Sch├╝tzenvereins hatten in diesem Krieg ihr Leben gelassen. Trotz dieser schmerzlichen Verluste und der schwierigen Lebensumst├Ąnde wurde das Vereinsleben fortgesetzt. Der Bockumer Sch├╝tzenverein erhielt am 12. November 1947 als erster Sch├╝tzenverein die Zulassung der Milit├Ąr-regierung. Mit 170 Mitgliedern startete man in die neue Zeit des Wiederaufbaus und des sp├Ąter folgenden Wirtschaftswunders.

Zum 340. Vereinsjubil├Ąum gab es 1951 ein bemerkenswertes erstes Nachkriegs-Sch├╝tzenfest. Der K├Ânig Willi XI. Pins war auch gleichzeitig der Vereinswirt und Gastronom im Sch├╝tzenzelt auf dem Bockumer Platz. Den Humor hat man trotz ÔÇ×all d├Ąn U-eselÔÇť nicht verloren. HanrathÔÇÖs Pitter, die wohl-beleibte Ulknudel im Amt des Bataillonsspie├čes, schickt kraft seines Amtes das K├Ânigshaus zum Kartoffelsch├Ąlen, als er sich durch Befehle des Generals in der Aus├╝bung seines Amtes gest├Ârt f├╝hlt.

Es folgt eine in der Geschichte einmalige Zeit des Wiederaufbaus. Nicht nur f├╝r Deutschland, nicht nur f├╝r Bockum, ganz besonders auch f├╝r den Bockumer Sch├╝tzenverein. Menschenmassen str├Âmen in den Ort, um an der Gertrudiskirche die von Heinz Nelles in Szene gesetzte Blumen- und Musikparade zu erleben. Begleitet von Bockumer Musikern - dem Trommlerkorps und dem Fanfarenkorps.

Von Sch├╝tzenfest zu Sch├╝tzenfest wird die Bl├╝tenpracht der F├╝llh├Ârner bunter und eindrucksvoller. Ein Offizierskorps, das die milit├Ąrischen Abl├Ąufe bei den Umz├╝gen und Paraden fest im Griff hat. Bekannte Bockumer B├╝rger, und, einer jahrhunderte alten Tradition folgend, Bockumer Handwerker auf dem K├Ânigsthron. Eine Familiendynastie, die in dieser Zeit 5 Sch├╝tzenk├Ânige mit dem gleichen Nachnamen stellt. Schirmherren, die mit ideeller und monet├Ąrer Unterst├╝tzung die finanziellen Risiken dieses bunten Treibens abfedern.

Im Rahmen eines 400j├Ąhrigen Jubil├Ąums blickt man gerne zur├╝ck. Man erinnert sich besonders gerne an die Epoche, die man selbst miterlebt, selbst mitgestaltet hat. An einem solch markanten Augenblick ist es aber auch eine Pflicht, nach vorne zu schauen! Eine Verpflichtung gegen├╝ber Denjenigen, die erfolgreich diese 400j├Ąhrige Vereinsgeschichte gestaltet haben. Aber auch eine Verpflichtung gegen├╝ber den Enkeln und Gro├čenkeln der heutigen j├╝ngsten Sch├╝tzen, die in 100 Jahren das halbe Jahrtausend bejubeln wollen.

Die Zeit schreitet unaufh├Ârlich, und offensichtlich immer dynamischer voran. 60 Jahre sind nun schon wieder seit dem Auferstehen aus Ruinen im Jahre 1951 vergangen. Aus vitalen Jungsch├╝tzen der 50er und 60er Jahre sind gestandene ├Ąltere Herren geworden. Der Zeitgeist wandelt sich in immer k├╝rzeren Perioden. Die Pflege des Brauchtums, so auch das Sch├╝tzenwesen, wird von manchen Leuten kritisch be├Ąugt. Sie finden Brauchtum oft nur in der Fremde sch├Ân, bejubeln es in deutschen Urlaubsregionen oder auf Auslandsreisen. Aber leider verkommt Brauchtumspflege dann oft zur billigen Folklore-Show. Diese Gefahr besteht bei uns nicht ÔÇô mangels Tourismus. So bleiben wir authentisch!

Zuwanderung, nicht nur die von Menschen aus dem Ausland, ist ein Thema. Viele Menschen ziehen nach Bockum, weil man hier so sch├Ân wohnen kann. Diese Mitb├╝rger m├╝ssen gewonnen werden, als Mitglieder, als Zuschauer am Stra├čenrand, als G├Ąste im Festzelt.

Sch├╝tzen besch├╝tzen. Es beliebtes Wortspiel des amtierenden K├Ânigs Rolf mit fast schon philo-sophischer Tiefe! Die Aufgabe in den Gr├╝ndungs-jahren, als besch├╝tzende B├╝rgerwehren aufzutreten, ist l├Ąngst verloren gegangen. Allerdings bleibt der sportliche Schie├č-Wettkampf gerade hier in Bockum unverzichtbarer Vereinszweck! Das Vereinsleben der Sch├╝tzen in unterschiedlich gepr├Ągten Formationen tr├Ągt ganz wesentlich zum sozialen und gesell-schaftlichen Zusammenleben eines Ortes, eines Stadtteils bei und gipfelt im Sch├╝tzenfest, das beim Feiern die Generationen und die verschiedenen Gruppierungen der Gesellschaft vereint. So besch├╝tzen die Sch├╝tzen ihre Mitb├╝rger gleich auf zweierlei Weise vor der leider fortschreitenden sozialen Vereinsamung: durch sportlichen Wettstreit und durch Feiern im Festzelt.

Gutstalten, Treuhalten, Festhalten am Alten! Lassen Sie mich mit dem zweiten Element dieses Wahlspruchs beginnen: Treuhalten! Nur eine konsequente Treue zum Verein f├╝hrt zu einem jahrhunderte anhaltenden Erfolg! Das haben viele der hier anwesenden langj├Ąhrigen, treuen Mitglieder bewiesen. Festhalten am Alten! Die Fortf├╝hrung der Traditionen muss auch in Zukunft Ziel der Vereinsaktivit├Ąten sein und bleiben.

Und jetzt zum ersten Wort des Vereinsmottos: Gutstalten! Es klingt so altert├╝mlich, aber es birgt in sich die modernste und wesentlichste Verpflichtung. Die Verpflichtung die Gegenwart und die Zukunft des Vereins gut zu gestalten. Sie den Lebensgewohnheiten und den Gegebenheiten der jeweiligen Epoche anzupassen, ohne dabei die Treue zu den Traditionen aus dem Auge zu verlieren. Man muss hin und wieder mal alte Z├Âpfe abschneiden. Die Frisur muss dann aber besser aussehen, als vorher und dem Tr├Ąger wie dem Betrachter Freude bereiten.

Der Bockumer Sch├╝tzenverein ist in den Jahren rund um sein 400j├Ąhriges Jubil├Ąum auf dem besten Wege, die Forderungen des Vereinsmottos zu erf├╝llen. Die Tradition am Schie├čstand, im Festzelt und auf der Stra├če wird fortgesetzt. Als Beispiel sei hier die f├╝r Bockum so markante Blumen- und Musikschau genannt. Neue Veranstaltungsformate zeigen erste Erfolge: die Oldie-Rock-Pop-Sch├╝tzenparty und ÔÇ×Bockum verw├ÂhntÔÇŽ!ÔÇť Diese Veranstaltungen f├╝hren dazu, dass sich immer wieder neue und andere Menschen auch f├╝r die Sch├╝tzen-Traditionen interessieren.

Wenn das so weitergeht, bin ich ├╝berzeugt, dass Bockum im Sommer des Jahres 2111 ein glanzvolles Fest zum 500j├Ąhrigen Bestehen des Bockumer Sch├╝tzenvereins 1611 erleben wird. Gutes Gelingen!

Sch├╝tzenfest 2018

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